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Magengeschwüre

Sind Magengeschwüre hausgemacht?
Sie wissen oder vermuten dass Ihr Pferd ein Magengeschwür hat?
Grundsätzlich möchten wir darauf hinweisen, dass wir eine Behandlung durch den Veterinär weder ersetzen wollen, noch dürfen. Im Zweifelsfall fragen sie also bitte Ihren Veterinär, gerne kooperieren wir auch mit dem Veterinär Ihres Vertrauens.

Eines jedoch ist gewiss, wenn Ihr Pferd ein Magengeschwür hat, dann benötigt es schnelle und vor allem wirksame Hilfe. Eine reine Medikation ist hier nicht ausreichend, zudem stehen Wirkstoffe wie Omeprazol, Cimectin und Ranitidin auf der Positivliste der FN und damit in absehbarerer Zeit wohl auch auf der Positivliste der FEI. Das wohl zu recht.

Bedingt durch unser Engagement im Rennsport und internationalen Leistungssport haben wir (leider Gottes) eine große Erfahrung im Umgang mit Pferden die an Magengeschwüren leiden.

Die Heilung eines Magengeschwüres und vor allem auch die anhaltende Heilung, sind immer von einer Vielzahl Faktoren abhängig. Eine reine Verabreichung von Zusätzen ist nicht nachhaltig, die gesamte Haltung des Pferdes nebst dem Futtermanagement muss überdacht werden.

Dennoch ein wirksamer unterstützender Schritt kann folgende Vorgehensweise sein:

Geben sie dem Pferd am Morgen für die Dauer von ca. 14 Tagen 100 Gramm Gastric Firewall, dazu wenn machbar, folgende „Schonkost“:

Wenn sie sich in so einem Fall eine Mischung aus Rübenschnitzeln (wir bevorzugen die Instandlösung wie Speedybeets oder Quickbeets) Haferflocken und Lein oder Rapsöl ansetzen, so haben sie ein Kraftfutter mit einem sehr hohen Energiewert.

Dieses birgt mehrere Vorteile. Zum Einen können sie reduziert füttern, zum Anderen wirken die enthaltenen Stoffe schleimhautschützend. Die Haferflocken mit Wasser und Öl angesetzt bilden einen ß Glucan haltigen Schleim der die Magenschleimhaut auskleidet. Hafer ist reich an ß Glucanen, in Form von Haferflocken steigt die Konzentration nochmal um einiges an, da der Spelz entfällt.

Pektine aus den Rübenschnitzeln bilden zusammen mit Säuren, Kalziumionen und Zucker ein Gel. Dieses Gel reagiert mit dem Schleim der Magenschleimhaut und kann diesen stabilisieren.

Schonkost allein reicht in den wenigsten Fällen aus, aber sie provoziert den Magen nicht.

Mit der Abendfütterung empfehlen wir den Einsatz von 100 Gramm Inside Out für die Dauer von 6 Wochen:

Mit dieser Vorgehensweise und einer angepassten Fütterung (siehe weiterer Text) nebst Haltung, sollten sie das Problem an sich binnen 4 – 6 Wochen in den Griff bekommen.

Es empfiehlt sich jedoch einem solchen Pferd auch dann wenn das Problem beseitigt ist, zu besonderen Anlässen (Sport, Transport, Stress etc.) prophylaktisch Gastric Firewall zu verabreichen. Damit lassen sie es dann im Ernstfall nicht wieder zu einem massiven Problem kommen.

Mit einem Magengeschwür umzugehen, heißt in erster Linie es verstehen zu lernen. Der Feind den wir kennen ist weniger gefährlich.

Falls Ihr Pferd ein Magengeschwür oder Probleme mit dem Magen hat, so ist das nicht außergewöhnlich. Gut 80% bis 85% aller Pferde leiden unter diesem Problem, man ist zumindest in bester Gesellschaft.

Dennoch ist das Problem Magengeschwür ein sehr ernst zu nehmendes Thema. Das Fortbestehen und die Regeneration eines jeden Organismus ist direkt abhängig von der Zufuhr der Nahrung.

Wie kommt es zu Magengeschwüren?

Eine weit verbreitete Erklärung ist das Thema Stress. Nun das ist wohl mit ein Auslöser, eine viel wichtigere Ursache jedoch ist Futterstress und damit eine hausgemachte Zivilisationskrankheit.

Die heutige Fütterung verläuft offenbar eher nach den Vorlieben des Menschen und weniger nach den Bedürfnissen des Tieres.

Um uns die Frage zu beantworten wie es zu Magengeschwüren kommt, müssen wir das Pferd an sich von hinten aufzäumen.

Die Frage welche Selbstschutzmechanismen hat das Pferd, beantwortet die Entstehung von Magengeschwüren. Sie gibt auch Aufschluss darüber wie wir das Problem wieder in den Griff bekommen.

Der Schutz vor Magensäure ist also davon abhängig wie viel gekaut wird. Ein Pferd benötigt pro KG Heu ungefähr 3.000 bis 3.500 Kauschläge und produziert dabei 3 - 5 Liter Speichel, die dazu beitragen die Magensäure zu puffern.

Wird ein Kilo Kraftfutter gefressen, so beträgt die Anzahl der Kauschläge nur ca. 800 - 1.200 pro KG Futter. Die so produzierte Speichelmenge sinkt ab auf 1 - 1,5 Liter pro KG Kraftfutter. Die Magensäure wird nicht genügend gepuffert. Ein Magengeschwür wird provoziert, ein bestehendes Magengeschwür heilt nicht ab.

Ein weiteres Problem das die Entstehung von Magengeschwüren begünstigt ist die Verweildauer von Nahrung im Magen. Heu wird durch den intensiven Kauprozess sehr gut mit Speichel und damit auch mit Bikarbonat durchsetzt. Auch wenn, oder aber gerade weil die Trockensubstanz von Heu deutlich höher ist, wird dem Magen beim Fressen ein lockerer, fließfähiger Nahrungsbrei zugeführt.

Dadurch hat Heu eine im Verhältnis zu Kraftfutter deutlich reduzierte Verweildauer im Magen. Der Grund dafür liegt darin, das Heu intensiver gekaut wird, die Speichelproduktion um einige 100% höher als bei Kraftfutter ist und zudem noch deutlich mehr Wasser durch trinken aufgenommen wird als bei dem Verzehr von Kraftfutter. Die Magenentleerung ist kontinuierlich. Die Ulzerogenität ist gering.

Kraftfutter wird deutlich schneller gefressen und dadurch deutlich geringer mit Speichel und somit auch Bicarbonat durchsetzt als Heu. Gleichzeitig wird deutlich weniger Wasser aufgenommen.

Der Nahrungsbrei der so im Magen ankommt ist deutlich weniger fließfähig und deutlich weniger mit Speichel und somit Bicarbonat durchsetzt. Die Verweildauer im Magen ist deutlich höher, die Magenentleerung ist verzögert, die Ulzerogenität ist hoch.

Insgesamt sind die Zusammenhänge zum Schutz des Magens aus medizinischer Sicht deutlich komplexer, jedoch sind die hier geschilderten Vorgänge diejenigen, auf die wir mit der Fütterung einen direkten Einfluss ausüben können.

Adaptiert sich eine Fehlfütterung mit zusätzlichem haltungsbedingten Stress, so kann dieses sehr schnell zu einem Supergau führen.

Wie kann man einem Magengeschwür vorbeugen?

Die wichtigste Grundregel überhaupt ist es der Natur des Pferdes Tribut zu zollen. Das Pferd ist ein Dauerfresser, aber es ist kein Körnerfresser. Pferde brauchen weit weniger Kraftfutter als angenommen. Viele Pferde die nur eine Stunde am Tag leicht bewegt werden brauchen an sich gar kein Kraftfutter, eine homöopathische Dosis Hafer um das wichtige Mineral zu verstecken ist oft ausreichend.

Wenn sie Ihr Pferd füttern, so ist es ungemein wichtig, dass sie das Heu in ausreichender Menge und zeitig genug vor dem Kraftfutter füttern. Es hat sich im Laufe der Zeit leider häufig so "eingebürgert" dass Heu und Kraftfutter zusammen gegeben werden. Das spart zwar Arbeitszeit und Personalkosten, erzeugt jedoch Kosten für den Veterinär.

Die beste Lösung ist, füttern sie dem Pferd Heu ad libidum. So wird der wichtige Kauprozess rund um die Uhr aufrecht erhalten und dann ist es auch unerheblich wann man das Kraftfutter füttert.

Vermeiden sie lange Nahrungskarrenzzeiten. Bereits schon nach wenigen Stunden ohne Nahrungsaufnahme und Kautätigkeit steigt der Säuregehalt im Magen an.

Vermeiden sie Pellets als Kraftfutter. Der Nahrungsbrei aus Pellets verdichtet sich im Magen noch stärker als der von normalem körnigen Kraftfutter. Die Verweildauer ist noch länger, sie sind noch ulzerogener.

Welche Behandlungsmethoden bieten sich für Magengeschwüre an?

Aktuell gibt es einen Hype in Bezug auf Protonenpumpenhemmer, respektive Omeprazol.

Aus unserer Sicht überwiegen hier die Nachteile recht kräftig. Für die Behandlung von Magengeschwüren ist es unerlässlich den PH Wert im Magen anzuheben.

Jedoch hat eine symptomatische Behandlung nicht zwangsläufig mit einer nachhaltigen Behandlung zu tun. Ein FEI zugelassenes Medikament mit dem hauptsächlichen Wirkstoff wirbt damit die Produktion der Magensäure um bis zu 99% unterdrücken zu können. Das ist in einem ernsthaft akuten Fall möglicherweise ein Segen, denn das Pferd kann einfach mal durchatmen. Wir sind der Meinung, das eine Verabreichung von Omeprazol in einem grenzwertigen akuten Fall für eine begrenzte Anzahl von Tagen sinnvoll sein kann.

Jedoch muss man sich die Frage stellen, was ist der natürliche Sinn von Magensäure und welche Nebenwirkungen ergeben sich wenn man die Produktion unterdrückt.

Nun als erstes wird der Nahrungsbrei nicht richtig durchsäuert. Dadurch kann eine Fehlgärung im Magen provoziert werden und eine Magenkolik / Magendruck entstehen.

Weiterhin wird die Verdauung der Proteine und der Stärke eingeschränkt. Das wiederum kann dazu führen, das zu große Mengen an unverdauter Stärke in den Dickdarm gelangen. Dort führt sie wiederum zu Fehlgärungen / Blähungen, durch die Stärkebelastung werden vermehrt Säuren gebildet, das Gleichgewicht der Mikroorganismen wird gestört und die Futterverwertung (Cellulose / Pektine) wird nachhaltig negativ beeinflusst. Daneben wird die Synthese und Verwertung von Vitaminen und Spurenelementen gestört.

Letztendlich geraten Leber und Niere durch die ansteigende Konzentration von Toxinen unter Druck.

Wird nun zu viel unverdautes Protein in den Dickdarm transportiert so sind die Belastungen für den Stoffwechsel nicht minder gering. Die Ammoniakkonzentration steigt, über den Blutkreislauf gelangt das Ammoniak zur Leber, dort wird es zu Harnstoff abgebaut und über die Niere wieder ausgeschieden. Wieder geraten Leber und Niere unter Druck, dazu ist Ammoniak ein starkes Gift. Daneben dient die Magensäure dem Pferd als Desinfektionslösung. Überflüssige Keime und Bakterien aus dem Futter werden durch die Magensäure abgetötet um den Organismus nicht mit zusätzlichen Schadbakterien zu belasten.

Wir stellen also fest, die Gabe eines Protonenpumpenhemmers kann wenn überhaupt nur eine kurzfristige Lösung sein, wenn wir wirklich Wert auf die Gesundheit des Pferdes legen. Wird der Protonenpumpenhemmer abgesetzt und die Fütterung nicht auf eine verträgliche Fütterungsweise umgestellt, so werden sie nach kurzer Zeit wieder Probleme mit Magengeschwüren haben.

An sich kann es nur einen Weg zur nachhaltigen "Regulierung" eines Magengeschwüres geben.

Der einzige Weg ein Pferd dauerhaft von seinem Magengeschwüren zu befreien führt über eine Ihm zuträgliche natürliche Fütterung, welche die natürlichen Schutzmechanismen wieder in Kraft setzt.

Die erste und wichtigste Maßnahme ist es das Kraftfutter auf ein Minimum zu reduzieren und gleichzeitig rund um die Uhr schmackhaftes Heu anzubieten. Nicht aus einem Heunetz, sondern zur freien und reichlichen Aufnahme.

Ganz auf Kraftfutter brauchen sie im Normalfall nicht zu verzichten. Sie können sich selbst einen hochenergetischen und wirksamen "Cocktail" aus drei leicht erhältlichen Zutaten mischen.

Wenn sie sich in so einem Fall eine Mischung aus Rübenschnitzeln (wir bevorzugen die Instandlösung wie Speedybeets oder Quickbeets) Haferflocken und Lein oder Rapsöl ansetzen, so haben sie ein Kraftfutter mit einem sehr hohen Energiewert.

Dieses birgt mehrere Vorteile. Zum einen können sie reduziert füttern, zum anderen wirken die enthaltenen Stoffe schleimhautschützend. Die Haferflocken mit Wasser und Öl angesetzt bilden einen ß Glucan haltigen Schleim der die Magenschleimhaut auskleidet. Hafer ist reich an ß Glucanen, in Form von Haferflocken steigt die Konzentration nochmal um einiges an, da der Spelz entfällt.

Pektine aus den Rübenschnitzeln bilden zusammen mit Säuren, Kalziumionen und Zucker ein Gel. Dieses Gel reagiert mit dem Schleim der Magenschleimhaut und stabilisiert diesen. Weiterhin binden diese Pektine Säuren und Pepsine und führen somit zu einem Anstieg des PH Wertes im Magen. Die Haferflocken sollte auf jeden Fall mit Rapsöl versetzt werden. Ohne das Öl würde das Pferd zu starken Blähungen neigen. Weiterhin hat das Rapsöl, oder besser die darin enthaltenen Omega 3 Fettsäuren eine zusätzliche entzündungshemmende Wirkung.

Probieren sie einfach mal folgende Mischung aus:

500 Gramm Rübenschnitzel in ausreichend Wasser gequollen, dazu 500 Gramm Haferflocken aus dem Supermarkt und 200 Gramm Rapsöl.
Der Energiegehalt für diese 1,2 KG liegt bei ca. 21,9 Mj

Wenn sie sich nun noch entschließen zu dieser Ration unser Inside-Out dazu zu geben, so haben sie einen weiteren sehr positiven entzündungshemmenden und schmerzlindernden Beitrag geleistet. Darüber hinaus stabilisieren die im Inside-Out enthaltenen koloniebildenden Lebendbakterien die empfindliche Dickdarmflora. Dadurch funktioniert die Verdauung besser und das Pferd kann schneller regenerieren.

Anmerkung:

Wenn Ihr Pferd so "down" ist, das es die Nahrungsaufnahme verweigert, so sollte für ein paar Tage ein Protonenpumpenhemmer gegeben werden, jedoch nur so lange bis es wieder anfängt vernünftig zu fressen. So weit sollte man es jedoch nicht kommen lassen.